Gasexplosion auf Bahnbetriebsgelände Drucken
Geschrieben von Konstantin Wamser   
Donnerstag, 10. September 2009
ImageDieses Wochenende fand in München eine große Übung aller Ortsverbände im Geschäftsführerbereich München statt. Von Freitagabend  bis Sonntagvormittag bewiesen knapp 500 THW-Helferinnen und Helfer aus 11 Ortsverbänden ihr Können im Katastrophenfall. Das Abstützen von einsturzgefährdeten Gebäuden, den Umgang mit gefährlichen Chemikalien, die Sprengung eines zerstörten Hauses und die Rettung in schwindelerregender Höhe zählten unter Anderem zu den Aufgaben. Auch der Ortsverband Schwabmünchen war mit 25 Helferinnen und Helfern im Einsatz.

Es war kurz nach 19 Uhr am Freitagabend, als durch die Einsatzzentrale die Alarmierung des Schwabmünchner THW erfolgte. „Gasexplosion in München mit mehreren Verletzten“ hieß die Einsatzmeldung und so rückte der gesamte Technische Zug mit den zwei Bergungsgruppen und dem Materialerhaltungstrupp der Fachgruppe Logistik  aus.

Den Einsatzort, ein ehemaliges Betriebsgelände der Deutschen Bahn in München-Aubing, erreichte der Ortsverband Schwabmünchen nach einer knapp einstündigen Anfahrt und wurde von der Einsatzleitung sofort zur ersten Aufgabe geschickt: Ein einsturzgefährdeter Übergang zwischen zwei alten Bürogebäuden sollte abgestützt werden. Hierzu wurde das Einsatzgerüstsystem (EGS), ein eigens für das THW entwickelter Gerüstsatz, eingesetzt. Unterstützt wurden die Schwabmünchner THWler von einem der vier Münchner Ortsverbände. Das jahrelange, konsequente Üben im Umgang mit dem EGS zahlte sich hier aus und so stand der Stützturm in kürzester Zeit.

Nach einer Pause kam auch schon der nächste Einsatzauftrag. Eine Person wurde in den Kellergewölben eines anderen Gebäudes vermisst. Das Auffinden und Retten dieser vermutlich verletzten Person, sollte durch die Bergungsgruppen erfolgen. Ein kleines Hindernis stellten die mit Regenwasser vollgelaufenen Kellerabgänge dar. Doch durch die umfangreiche Pumpenausstattung auf den Fahrzeugen des THW Schwabmünchen konnte dies schnell gelöst werden. Um weiter in den Keller vorzudringen, musste eine alte Stahlschutztüre geöffnet werden. Da die Hebel abgebrochen waren, musste auf größeres Gerät zurückgegriffen werden. Mit einem Trennschleifer wurden die Scharniere der Tür durchtrennt und man konnte zu der verletzten Person durchdringen.

Um vier Uhr Samstagfrüh kam dann der letzte Auftrag für die Schwabmünchner Helfer, die zwischenzeitlich mit warmer Suppe versorgt worden sind. Eine verletzte Person musste von einem circa 30 Meter hohen Schornstein gerettet werden. Durch Auffanggeräte gesichert kletterten zwei Helfer auf den kleinen Sprossen am Schornstein hoch, um dem Verletzten zu helfen. Mithilfe des Rettungssystems wurde die verletzte Person dann hinabgelassen, um von anderen Helfern zur Verletztensammelstelle gebracht zu werden.

Der Zugführer und die Gruppenführer zogen nach der rund elf-stündigen Einsatzübung eine positive Bilanz, was den Ausbildungsgrad der Schwabmünchner THW-Helfer angeht und stellten fest, dass der Ortsverband Schwabmünchen für den möglichen Ernstfall gut gerüstet ist. 

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(Fotos: Markus Wenzel und Konstantin Wamser)

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