Der seltene Kontakt zu anderen Organisationen veranlasste Roland Böck (BRK/THW), Johannes Maier (BRK/Feuerwehr), Johannes Schmid (BRK/THW) und Konstantin Wamser (THW) zur Organisation einer eigenen Übung. Eingebunden wurden die BRK-Bereitschaft Langenneufnach, der Fachdienst "Information und Kommunikation" des BRK sowie die Freiwillige Feuerwehr Hiltenfingen und das THW Schwabmünchen. Mehrere Stunden Vorbereitung steckten die vier in die Planung der einzelnen Szenarien. Diese verlangten von den Einsatzkräften sowohl physisch als auch psychisch viel ab. So wurden mehrere Mimen der "Realistischen Unfalldarstellung" geschminkt und an bestimmten Stellen platziert, um ein möglichst realistisches Schadensbild darzustellen. Die Übung sorgte für viele Überraschungen. Ein als "Baum auf Straße" eingegangener Alarm entpuppte sich vor Ort als ein verletzter Waldarbeiter. Eine einfache Orientierungsfahrt nach Koordinaten endete in der Betreuung einer Person mit schweren Brandwunden.
Zu einem Massenanfall von Verletzten (MANV) wurden sämtliche teilnehmenden Einheiten alarmiert. Im Detail waren das zwei Rettungswägen, eine Löschgruppe sowie der gesamte Technische Zug des THW. Das Szenario spielte sich auf einem landwirtschaftlichen Anwesen ab. Insgesamt wurden acht Personen nach einer Explosion vermisst. Durch eine hervorragende Zusammenarbeit konnten diese zügig gerettet und vom Rettungsdienst versorgt werden.
Der Einsatz unter Atemschutz sowohl bei Feuerwehr als auch THW war bei mehreren Szenarien gefragt. Die zweite Bergungsgruppe des THW musste eine Erkundung von Gefahrstoff in einem Waldstück anfahren. Es stellte sich dabei heraus, dass ein Unternehmen dort diverse Fässer entsorgt hatte.
In Bobingen trat nach einem Blitzeinschlag vermutlich Kohlenstoffdioxid von, in einem Wehr gelagerten, Tanks aus. Die Feuerwehr und das THW führten die Erkundung und eine angeforderte Gasmessung durch. Der Verdacht des austretenden Gas konnte nicht bestätigt werden. Vor Ort stellte sich heraus, dass drei Mitarbeiter des Wehrs durch den Blitzeinschlag verletzt wurden und im Turbinenraum vermisst sind. Innerhalb kurzer Zeit waren diese geortet. Die Rettung stellte sich als kompliziert heraus, da zwei der Verletzten nur schwer zugänglich und bewusstlos waren. Während die Feuerwehr die Rettung der einen Person übernahm, baute das THW einen Dreibock über der Turbine des Wehrs auf, um den dort gelegenen Verletzten patientenschonend zu befreien. Der Rettungsdienst überwachte die Vitalfunktionen und übernahm dann die weitere Versorgung.
Im Anschluss der Übung gab es eine Nachbesprechung, bei der die Schiedsrichter diverse Fehler aufdeckten aber auch Lob und Anerkennung für die ansonsten hervorragend ausgeführten Arbeiten.
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